Während die einen morgens schon vor dem Wecker wach sind, kommen andere erst am Abend richtig in Schwung. Was gerne als Gewohnheit oder Frage der Disziplin abgetan wird, hat auch eine biologische Grundlage: unseren Chronotyp.
Gesteuert wird unser Schlaf-Wach-Rhythmus von der inneren Uhr. Sie beeinflusst unter anderem, wann der Körper das Schlafhormon Melatonin ausschüttet, wie sich Körpertemperatur und Wachheit im Tagesverlauf verändern und wann wir uns besonders leistungsfähig fühlen. Neben Licht und unseren täglichen Gewohnheiten spielen dabei auch genetische Faktoren und das Alter eine Rolle.
Grob unterscheidet man zwischen Lerchen, die früh wach und leistungsfähig sind, und Eulen, deren natürliche Aktivitätsphase später beginnt. Tatsächlich liegen die meisten Menschen irgendwo zwischen diesen beiden Extremen.
Problematisch kann es werden, wenn der Alltag dauerhaft nicht zum eigenen Rhythmus passt. Muss eine ausgeprägte „Eule“ beispielsweise jeden Morgen sehr früh aufstehen, entsteht häufig ein Schlafdefizit. Forschende sprechen in diesem Zusammenhang auch von sozialem Jetlag: Die innere Uhr und die gesellschaftlich vorgegebenen Zeiten passen nicht zusammen. Auf Dauer kann dies Schlafqualität, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.
Den eigenen Chronotyp zu kennen, kann deshalb im Alltag hilfreich sein. Wer die Möglichkeit hat, kann anspruchsvolle Aufgaben, Sport oder wichtige Termine in jene Tageszeiten legen, in denen die persönliche Leistungsfähigkeit am höchsten ist.
Ganz frei sind wir unserer inneren Uhr allerdings nicht ausgeliefert: Vor allem Tageslicht am Morgen, regelmäßige Schlafenszeiten und abends weniger helles Licht helfen dabei, den Schlaf-Wach-Rhythmus zu stabilisieren.